Aktuelles

Hygiene und Kontamination bei der Feuerwehr

Bei der Brandbekämpfung Atemschutzgeräte zu tragen, ist für Löschtrupps selbstverständlich. Brandrauch enthält auch krebserregende Stoffe wie etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese und andere Schadstoffe können nicht nur über die Atemwege in den Körper gelangen, sondern auch über die Haut und den Verdauungstrakt. Viele Feuerwehrleute sind sich dieser Risiken jedoch nicht bewusst: Nachdem der Brand gelöscht ist, setzen sie sich in ihren verqualmten Schutzanzügen in das Einsatzfahrzeug, nehmen mit rußverschmiertem Gesicht schnell einen Schluck aus der Wasserflasche und legen verschmutzte Ausrüstung in den Wagen.

Für einen besseren Schutz vor dem Schmutz hat die gesetzliche Unfallversicherung jetzt die DGUV Information 205-035 „Hygiene und Kontamination bei der Feuerwehr“ und einen vierminütigen Kurzfilm veröffentlicht. Angelehnt an ein Computerspiel zeigt er die korrekte Einsatzstellenhygiene.

Abgase von Dieselmotoren in Feuerwehrhäusern: Umsetzungsempfehlung

11.02.2020

Die neu gefasste Technische Regel für Gefahrstoffe – Abgase von Dieselmotoren – (TRGS 554) sieht unter anderem vor, dass in Abstellbereichen von dieselbetriebenen Fahrzeugen (auch Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge) keine Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Arbeitskleidung eingerichtet werden dürfen und ein Umkleiden nicht zulässig sei. Diese Neuregelung hat in der Praxis zu zahlreichen Nachfragen der Feuerwehren und Kommunen sowohl an das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration als auch an die Geschäftsstelle des Beauftragten für Bürokratieabbau der Staatsregierung sowie zu Klagen über eine unzumutbare bürokratische Mehrbelastung geführt. Denn gerade in vielen kleineren Feuerwehrhäusern befinden sich die Umkleidebereiche für die Feuerwehrdienstleistenden oft in der Fahrzeughalle. Eine nachträgliche bauliche Trennung von Umkleidebereichen und Stellplätzen ist in vielen Feuerwehrhäusern – schon aus Platzmangel – kaum möglich.
Die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) hat mit den fachlich zuständigen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz sowie für Familie, Arbeit und Soziales und dem Landesfeuerwehrverband Bayern e. V. eine abgestimmte Lösung erarbeitet. Danach soll verstärkt auf die Installation von Abgasabsauganlagen im Bereich der Stellplätze Wert gelegt werden. Damit lassen sich die von Dieselmotoren ausgehenden Emissionen von ausrückenden bzw. einfahrenden Feuerwehrfahrzeugen wirksam beseitigen. Zudem kann auf aufwändige Umbauten in vorhandenen Feuerwehrhäusern verzichtet werden. Die KUVB-Information soll als Umsetzungsempfehlung zur Technischen Regel für Gefahrstoffe „Abgase von Dieselmotoren“ für die Gemeinden als Träger der Feuerwehren dienen. Die Übersicht gibt die wesentlichen Anforderungen der TRGS 554 hinsichtlich der Abstellbereiche für Feuerwehrfahrzeuge wieder. Darüber hinaus wird auf die Abgasabsaugung, auf das Umkleiden in der Fahrzeughalle sowie auf die Verantwortlichkeit für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen eingegangen.

Ärztliche Bescheinigung über die Untersuchung von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr

19.12.2019

Unter Berücksichtigung der Inhalte der DGUV Vorschrift 49 "Feuerwehren" hat das Sachgebiet "Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen" die Ärztliche Bescheinigung über die Untersuchung von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr überarbeitet. Auf der Rückseite des elektronischen Formulars finden sich Informationen zu rechtlichen Hintergründe, wie z. B. dass bei ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen die arbeitsmedizinische Vorsorge wegen des Tragens von Atemschutzgeräten gemeinsam mit der Eignungsuntersuchung durch geeignete Ärzte bzw. Ärztinnen durchgeführt werden kann.

DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ (2019)

24.03.2019

Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für den kommunalen Bereich in Bayern erlässt die KUVB unter Mitwirkung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) auf Grundlage von § 15 Abs. 1 SGB VII Unfallverhütungsvorschriften (DGUV Vorschriften). Diese DGUV Vorschriften sind als autonomes Recht für Unternehmer und Versicherte, wie Gesetze und Verordnungen im Arbeitsschutz, verbindlich.

Um den aktuellen Belangen der freiwilligen Feuerwehren zu entsprechen und die Aspekte des modernen Arbeitsschutzes einfließen zu lassen, wurde die UVV „Feuerwehren“ nun grundlegend überarbeitet. Parallel hierzu wurde die eigenständige DGUV Regel 105-049 „Feuerwehren“ erstellt, die die Durchführungsanweisung (Kursivtext in der bisherigen UVV) ersetzt und nun deutlich präziser die Inhalte der DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ konkretisiert.

Die neue DGUV Vorschrift 49 - Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ richtet sich vorrangig an den Unternehmer als Träger öffentlicher freiwilliger Feuerwehren bzw. öffentlicher Pflichtfeuerwehren. Im Vordergrund stehen insbesondere die Entlastung des Ehrenamtes und die Stärkung der Unternehmerpflichten.

In Kraft tritt die neue DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ mit der Bekanntmachung vom 23.01.2019.

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Jugendfeuerwehr im Einsatz

21.02.2020

Aufgrund von Meldungen in den Medien erreichen uns zahlreiche Anfragen zur Mitnahme von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr in den Einsatz. Demnach dürfen Freiwillige Feuerwehren in Thüringen Jugendliche nicht mehr zu Einsätzen mitnehmen. Darauf hätten sich der Thüringer Feuerwehrverband und das Thüringer Innenministerium verständigt.

In Bayern ist die Regelung unverändert:
§ 17 (3) der Unfallverhüttungsvorschrift "Feuerwehren" verweist diesbezüglich auf landesrechtliche Regelungen. Demnach gilt in Bayern gemäß Artikel 7 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, dass Feuerwehranwärter ab dem vollendeten 16. Lebensjahr bei Einsätzen zu Hilfeleistungen außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone herangezogen werden dürfen. Auch der Landesfeuerwehrverband Bayern sieht keine Veranlassung, die bisherige gesetzliche Regelung und Handhabung zu ändern.

Nähere Erläuterungen finden sich in der mit der KUVB abgestimmten Fachinformation der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg.

Feuerwehr-Haltegurt und andere Haltesysteme in der Feuerwehr

13.06.2019

Aufgrund des Info-Blattes "Selbstrettungssystem" der Feuerwehrunfallkasse Niedersachsen  vom April 2019 erreichen uns zahlreiche Anfragen zum Thema Feuerwehr-Einsatzüberjacken mit integrierten Rettungsschlaufen (IRS).
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das Infoblatt Nr. 04 "Haltegurt und andere Haltesysteme in der Feuerwehr" des Sachgebietes "Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen" der DGUV. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass Rettungsschlaufen der Klasse A nicht zum Selbstabseilen verwendet werden dürfen. (Rettungsschlaufen der Klasse A bestehen aus Gurtbändern, die auf dem Rücken und unter den Armen der Person liegen, so dass diese in aufrechter Position gerettet wird.)

DGUV Information 205-021 „Leitfaden zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehrdienst“

Mai 2019

 Das Sachgebiet „Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen“ der DGUV e.V. hat die DGUV Information „Leitfaden zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehrdienst“ (DGUV Information 205-021) redaktionell überarbeitet, aktualisiert und der neuen DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ angepasst. 
Nach § 4 der DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ hat die Kommune Gefährdungen im Feuerwehrdienst zu ermitteln und erforderliche Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz für alle Feuerwehrangehörigen zu treffen. Die DGUV Information 205-021 unterstützt die Verantwortlichen der Kommunen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Erforderlichenfalls hat sich die Kommune hierbei durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten zu lassen und den fachlichen Rat der Leitung der Feuerwehr einzuholen.

DGUV Information 205-031 "Zusatzausrüstung an persönlicher Schutzausrüstung der Feuerwehr"

Mai 2019

Das Sachgebiet Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen der DGUV hat die DGUV Information „Zusatzausrüstung an persönlicher Schutzausrüstung der Feuerwehr“ (DGUV Information 205-031) erstellt, die die Mindestanforderungen an Zusatzausrüstungen hinsichtlich der Wechselwirkung mit der persönlichen Schutzausrüstung der Feuerwehr während der Benutzung beschreibt.
Sie richtet sich in erster Linie an die Trägerin bzw. den Träger der Feuerwehr nach landesrechtlichen Vorschriften und soll Hilfestellung bei der Umsetzung der Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder Unfallverhütungsvorschriften geben sowie Wege aufzeigen, wie Unfälle und Gesundheitsgefahren bei Ausbildung, Übungen und Einsätzen vermieden werden können.

Sicherer Umgang mit Druckgasbehältern

(November 2018) Informationen für Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung
Druckgasbehälter wie Flüssiggas- oder Acetylenflaschen können Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung ernsthaft gefährden, denn bei zu starker Erwärmung besteht die Gefahr, dass sie "zerknallen". Der Zerknall einer Flüssiggas- oder Acetylenflasche geht mit einer Druckwelle, einem Feuerball und Trümmerflug einher. Solche Ereignisse haben in der Vergangenheit schon häufig zu schweren oder tödlichen Verletzungen geführt. Um das Risiko im Einsatz zu minimieren, haben Fachleute unter der Leitung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Einsatzhinweise erarbeitet. Sie sind in zwei überarbeiteten DGUV Informationen zusammengefasst:

Reifen von Feuerwehrfahrzeugen

Oktober 2018

Reifen sind sicherheitsrelevante Fahrzeugkomponenten. Als Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Fahrbahn bestimmen Reifen im entscheidenden Maß die physikalischen Grenzen innerhalb denen ein sicheres Fahren möglich ist. Das Material von Reifen unterliegt Alterungsprozessen, die mit steigendem Alter zu einer Herabsetzung der Funktionstüchtigkeit und Belastbarkeit führen. Daher wird empfohlen, Reifen von Feuerwehrfahrzeugen spätestens bei einem Reifenalter von 10 Jahren zu ersetzt. Hintergründe hierzu und Auskünfte zu "Winterreifenpflicht" finden Sie in diesem Informationsschreiben.

Jugendfeuerwehr: Ausbildung in „gefährlichen Tätigkeiten“ oder mit „gefährlichen Geräten“

Oktober 2018

Feuerwehren fragen regelmäßig nach, ob und unter welchen Bedingungen Angehörige der Jugendfeuerwehr auch für Tätigkeiten oder an Geräten ausgebildet werden dürfen, die mit Gefährdungen verbunden sind.
In unserem Informationsschreiben werden den Verantwortlichen in der Feuerwehr Empfehlungen gegeben, unter deren Beachtung eine Ausbildung im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ möglich ist.

Medizinische Überwachung bei Atemschutzübungen

April 2018

Feuerwehren und Atemschutz-Ausbildungsstellen führen teilweise „medizinische Eingangskontrollen" vor Atemschutzübungen durch. Zudem werden vereinzelt Vitalparameter der Atemschutzgeräteträger, wie Blutdruck oder Herzfrequenz vor oder während der Atemschutzübung (ggf. telemetrisch) überwacht. 
Das Sachgebiet „Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen" der DGUV hat eine Kurzinformation zur medizinische Überwachung bei Atemschutzübungen herausgegeben.
Diese Information enthält zudem eine Vorlage zur gesundheitlichen Selbsteinschätzung für die Atemschutzbelastungsübung nach FwDV 7.

ARCHIV (Ältere Informationen)

Ältere Informationen finden Sie in unserem ARCHIV.